Adolph


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Behindertentestament

Wieso ist es in Familien mit einem behinderten Kind besonders wichtig, Vorsorge für den Todesfall zu treffen?
Manchmal ist die Behinderung eines Kindes so erheblich, dass es sein Leben lang auf Unterstützung angewiesen ist. Vielleicht kann es in einer eigenen Wohnung leben, verdient aber nicht genug, um seinen Lebensunterhalt selbst sicherstellen zu können. Möglicherweise ist Unterstützung beim Wohnen oder in der Freizeit erforderlich. In diesen Fällen kann das Kind Anspruch auf Grundsicherung und / oder Eingliederungshilfe haben. Allerdings muss es hierfür sein Einkommen und Vermögen einsetzen. Für das Vermögen gelten je nach Hilfeart unterschiedliche Freibeträge.
Ist keine besondere Vorsorge getroffen worden, muss ein dem Kind zufallendes Erbe oder auch sein Pflichtteilsanspruch oftmals verbraucht werden, ohne dass das Kind von dem Vermögen wirklich profitieren kann.

Wir haben ein Berliner Testament. Ist damit ausreichend Vorsorge getroffen?
Beim sog. Berliner Testament setzen sich Ehepaare für den Fall des Todes des ersten Ehegatten gegenseitig zum Alleinerben ein. Nach dem Tod des zweiten Ehegatten werden die Kinder zu Erben eingesetzt. Solche Testamente sind grundsätzlich nicht geeignet, die oben genannte Problematik zu vermeiden. Denn das Kind mit Behinderung ist beim ersten Todesfall enterbt. Damit stehen ihm Pflichtteilsansprüche in Höhe der Hälfte des gesetzlichen Erbteils zu. Dies sind zum Beispiel bei zwei Kindern ein Achtel des Nachlasswertes. Diesen Anspruch kann das Sozialamt auf sich überleiten und dann von dem länger lebenden Ehegatten die Auszahlung verlangen.

Was können Eltern tun, um diese Problematik zu vermeiden?
In Familien mit einem behinderten Kind ist es fast immer erforderlich, dass von den Eltern rechtzeitig ein sogenanntes Behindertentestament errichtet wird, um zu verhindern, dass der Nachlass für die Eingliederungshilfe und / oder die Grundsicherung eingesetzt werden muss.

Was ist ein Behindertentestament?
Beim sog. Behindertentestament wird das Kind mit Behinderung nicht enterbt, sondern als sogenannter Vorerbe eingesetzt. Zugleich wird ein Nacherbe, zum Beispiel ein Geschwisterkind, dessen Abkömmlinge oder auch eine gemeinnützige Organisation bestimmt. Zudem muss Testamentsvollstreckung angeordnet werden. Darüber hinaus kann durch eine Reihe weiterer Anordnungen sichergestellt werden, dass der länger lebende Ehegatte nicht unnötig durch Auszahlungen belastet wird.

Wie kann ein Behindertentestament errichtet werden?
Ein Testament kann grundsätzlich handschriftlich oder vor einem Notar errichtet werden. Da bei einem Behindertentestament nicht nur erbrechtliche, sondern insbesondere auch sozialrechtliche Problematiken beachtet werden müssen, ist dringend davon abzuraten, dieses ohne juristische Unterstützung anzufertigen. Entscheidend ist, dass eine für den jeweiligen Einzelfall passende Lösung gefunden wird. Hierbei sollte der Rat eines auf Behindertentestamente spezialisierten Rechtsanwaltes oder Notars eingeholt werden.

Was kann ich für Sie tun?
Ich habe mich vor über 10 Jahren auf das Thema Behindertentestament spezialisiert.
In einem ausführlichen Gespräch kläre ich mit Ihnen, ob die Errichtung eines Behindertentestaments sinnvoll ist. Sofern Sie dies wünschen, fertige ich einen entsprechenden Testamentsentwurf und berate Sie dazu, wie Sie ein handschriftliches Testament errichten können. Selbstverständlich können Sie einen von mir gefertigten Testamentsentwurf auch bei einem Notar beurkunden lassen.
Falls Sie bereits ein (Behinderten-)Testament haben, überprüfe ich für Sie, ob dies noch Ihren aktuellen Vorstellungen entspricht und rechtssicher formuliert ist.